Archiv für den Monat: Juli 2017

Sportler oder Spieler – der eSport und die Olympischen Spiele

Laut des deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gilt der eSport nicht als anerkannte Sportart. Selbst ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Abgeordnetenhauses in Berlin kam zu der Entscheidung, das der eSport im rechtlichen Sinne nicht als Sport anzusehen ist und deshalb nicht als Sportart anerkennungsfähig ist.

Der eSport ist aber seit Jahren unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Die Anerkennung als Sportart ist erforderlich, um den eSport auch bei den Olympischen Spielen zulassen zu können. Das dies nur eine Frage der Zeit ist, beweisen Veranstaltungen wie die Weltmeisterschaft der „League of Legends“, die 43 Millionen Zuschauer verfolgten. In den USA werden auch schon Collegestipendien für die besten Nachwuchsgamer angeboten, genauso wie für die traditionellen Sportarten. Der eSport hat seine eigene Dynamik entfaltet und wird in der digitalen Ära von vielen neuen Fans angenommen. Durch Youtube Filme und Social Media Beiträge kann jeder Interessierte mit einem Internet Anschluss an dem neuen Phänomen teilnehmen.

Deswegen wurde auch die WESA (World Esports Association) gegründet, die versucht die Szene zu professionalisieren und die wichtigsten Teams zu organisieren. Desto grösser die Veranstaltungen der Vereinigung werden, desto mehr Fans sich für den eSport interessieren, desto interessanter wird er auch für die Sponsoren. Das der eSport wichtiger wird, zeigt auch das Interesse der Wettbüros, die sich schon immer den populären Sportarten gewidmet haben. Bei den meisten Anbietern von Online-Wetten werden die aktuellen Nachrichten des eSports mit den traditionalen Sportnachrichten angeboten, wie bei den Wettnachrichten von bet365. Dies beweist, dass die Popularität des eSports schon lange die Nischensportarten überflügelt hat und das haben auch schon die grossen Vereine erkannt.

Der FC Schalke 04 tritt seit letztem Jahr in der „League of Legends“ und bei „FIFA“ mit seiner eSport Abteilung an. Den Anfang machte der türkische Klub Besiktas Istanbul, der schon vor zwei Jahren das Potenzial des virtuellen Fussballs erkannte. Ihm folgten in kurzem Abstand der FC Valencia, West Ham United, Manchester City, Sporting Lisabon, Ajax Amsterdam und Paris Saint Germain. Seit diesem Sommer ist selbst der FC Bayern mit einer eigenen Mannschaft vertreten. Sie wollen Zugang zu den 250 Millionen eSport Anhänger nutzen, die alleine in Deutschland 50 Millionen Euro generieren. Für das Jahr 2020 wird sogar schon mit 130 Millionen Euro gerechnet.

Aber nicht nur die Fussball Simulationen locken immer mehr eSport Spieler an. Die Multiplayer Spiele „Dota 2“, „Counter Strike“, „Hearthstone“ und „Starcraft“ füllen Stadien und schütten teilweise mehr als 1 Millionen Euro als Preisgelder aus. In den USA hat das Medienunternehmen Turner Broadcasting System (TBS) sogar schon seine eigene Liga gegründet. Die Saison soll zehn Wochen dauern und 1,2 Millionen USD als Preisgelder gewonnen werden können. In dieser Liga wird das Spiel „Counter Strike“ gespielt, bei dem 15 Mannschaften um den Sieg kämpfen. Das grösste bislang ausgetragene Turnier fand aber in Seattle statt. Bei dem „THE INTERNATIONAL“ traten die besten „Dota-2“ Spieler gegeneinander an und kämpften um 16,7 Millionen Euro Preisgelder.

In allen Grossstädten werden im Moment eSport Turniere und Veranstaltungen angeboten und es werden immer mehr. Mit den aktuellen Wachstumsraten wird der eSport nicht auf die Zulassung zu den Olympischen Spielen angewiesen sein, vielleicht wird aber die grösste sportliche weltweite Veranstaltung in Zukunft neidisch auf die Zuschauerzahlen des eSports blicken.